Tiefbau beim Glasfaserausbau: So entstehen die neuen Trassen
Bevor Glasfaserkabel bis zu Haushalten, Unternehmen oder öffentlichen Einrichtungen gelangen können, muss zunächst die notwendige Infrastruktur geschaffen werden. Eine entscheidende Rolle spielt dabei der Tiefbau beim Glasfaserausbau.
Straßen und Gehwege müssen je nach Trassenverlauf geöffnet, Rohrsysteme verlegt, Hausanschlüsse hergestellt und Oberflächen anschließend wiederhergestellt werden. Doch welche Arbeiten sind dabei genau erforderlich und wie läuft der Tiefbau eines Glasfaserprojekts ab?
Wir geben einen Überblick über die wichtigsten Schritte – von der vorbereiteten Trasse bis zur fertigen Infrastruktur für das Glasfasernetz.

Warum ist Tiefbau für den Glasfaserausbau notwendig?
Glasfaserkabel benötigen einen sicheren Leitungsweg zwischen den verschiedenen Netzpunkten und den anzuschließenden Gebäuden. Ist die dafür notwendige Infrastruktur noch nicht vorhanden, muss sie zunächst geschaffen werden.
Beim klassischen unterirdischen Ausbau werden dafür Trassen hergestellt und entsprechende Rohrsysteme im Boden verlegt. In diese können anschließend die eigentlichen Glasfaserkabel eingebracht werden.
Der Tiefbau schafft somit die bauliche Grundlage für den späteren Glasfaseranschluss.
Besonders beim FTTH-Ausbau ist dies relevant, da die Glasfaser bis zum jeweiligen Teilnehmer geführt werden soll.
Was passiert vor Beginn der Tiefbauarbeiten?
Der Bagger ist keineswegs der erste Schritt eines Glasfaserprojekts.
Vor Beginn der eigentlichen Bauarbeiten muss feststehen, wo die zukünftige Glasfasertrasse verlaufen soll. Dafür werden die örtlichen Gegebenheiten sowie bereits vorhandene Infrastruktur berücksichtigt.
Zu den vorbereitenden Arbeiten können unter anderem gehören:
- Trassenfindung und Trassenbegehung
- Vermessung
- Entwurfs- und Ausführungsplanung
- Leitungsauskünfte
- Abstimmung mit zuständigen Stellen
- verkehrsrechtliche Genehmigungen
- weitere erforderliche Genehmigungsverfahren
Gerade die Kenntnis bestehender Versorgungsleitungen ist für die anschließenden Erdarbeiten von großer Bedeutung.
Wie läuft der Tiefbau beim Glasfaserausbau ab?
Der genaue Ablauf hängt vom jeweiligen Ausbaugebiet, der vorhandenen Infrastruktur und dem eingesetzten Bauverfahren ab.
Grundsätzlich lassen sich jedoch mehrere typische Arbeitsschritte unterscheiden.
1. Baustelle und Trasse vorbereiten
Zunächst wird der entsprechende Baubereich vorbereitet und abgesichert.
Je nach Lage der Trasse können beispielsweise Verkehrs- und Fußgängerbereiche betroffen sein. Die Baustelle muss entsprechend eingerichtet und die vorgesehenen Leitungsverläufe müssen eindeutig festgelegt werden.
Anschließend können die eigentlichen Tiefbauarbeiten beginnen.
2. Trasse herstellen
Für die spätere Leitungsinfrastruktur wird entlang der geplanten Strecke eine Trasse geschaffen.
Wie diese hergestellt wird, hängt unter anderem davon ab, ob die Leitung beispielsweise unter einem Gehweg, einer Straße oder einer unbefestigten Fläche verlaufen soll.
Dabei müssen vorhandene Leitungen und andere unterirdische Einrichtungen berücksichtigt werden.
Ziel ist es, einen geeigneten Leitungsweg für die benötigten Rohrsysteme zu schaffen.
3. Leerrohre und Rohrsysteme verlegen
In der hergestellten Trasse werden anschließend die benötigten Leerrohre beziehungsweise Rohrverbände verlegt.
Beim Glasfaserausbau kommen unter anderem Mini- und Mikrorohrsysteme zum Einsatz. Die eigentlichen Glasfaserkabel werden zu einem späteren Zeitpunkt in diese Rohre eingebracht.
Die Rohrsysteme schützen die Kabel und ermöglichen eine strukturierte Führung innerhalb des Netzes.
Damit bildet die fachgerechte Rohrverlegung einen der wichtigsten Arbeitsschritte des Tiefbaus beim Glasfaserausbau.
4. Kabelschächte und Netzverteiler einbauen
Ein Glasfasernetz besteht nicht ausschließlich aus langen Rohrstrecken.
Abhängig von der Netzplanung werden zusätzlich beispielsweise Kabelschächte und Verteilerkästen benötigt. Sie dienen als wichtige Punkte innerhalb der Netzinfrastruktur und ermöglichen unter anderem den Zugang und die weitere Verteilung der Leitungswege.
Ihre Position wird deshalb bereits bei der Netz- und Trassenplanung berücksichtigt.
5. Hausanschlüsse herstellen
Beim FTTH-Ausbau endet die Infrastruktur nicht an der Straße. Die Verbindung muss weiter bis zu den anzuschließenden Gebäuden geführt werden.
Dafür werden Hausanschlüsse hergestellt.
Von der Haupttrasse wird ein entsprechender Leitungsweg zum jeweiligen Gebäude geschaffen. Über das verlegte Rohrsystem kann die Glasfaser anschließend bis zum Haus beziehungsweise Teilnehmer geführt werden.
Gerade bei einem flächendeckenden Ausbau können die zahlreichen einzelnen Hausanschlüsse einen wesentlichen Teil der Bauarbeiten ausmachen.
6. Trasse verfüllen und verdichten
Sind Rohrsysteme und weitere Komponenten ordnungsgemäß eingebaut, kann die geöffnete Trasse wieder geschlossen werden.
Dabei wird sie fachgerecht verfüllt und entsprechend den technischen Anforderungen verdichtet.
Dieser Arbeitsschritt ist wichtig, damit der Untergrund anschließend wieder die notwendige Stabilität erhält und die darüberliegenden Flächen ordnungsgemäß hergestellt werden können.
7. Oberflächen wiederherstellen
Nach Abschluss der unterirdischen Arbeiten muss auch die Oberfläche wiederhergestellt werden.
Abhängig vom jeweiligen Baubereich kann es sich beispielsweise um:
- Asphaltflächen
- Gehwege
- Pflaster
- Grünflächen
- unbefestigte Flächen
handeln.
Die Oberflächenwiederherstellung gehört damit unmittelbar zu einem vollständig ausgeführten Tiefbauprojekt.
Was passiert nach dem Tiefbau?
Mit dem geschlossenen Graben ist das Glasfasernetz noch nicht fertig.
Nachdem die Rohrinfrastruktur hergestellt wurde, folgt die Kabelmontage und Installation. Glasfaserkabel können beispielsweise mit speziellen Einblasgeräten und Kompressoren in die vorbereiteten Mini- und Mikrorohre eingebracht werden.
Anschließend folgen – abhängig vom jeweiligen Netz – weitere Arbeiten wie:
- Spleißen der Glasfasern
- Montage von Muffen und Netzverteilern
- Herstellung der Anschlüsse
- Messung der Glasfaserstrecken
- Dokumentation
- Netzinbetriebnahme
Tiefbau und Kabelmontage sind deshalb zwei unterschiedliche, aber eng miteinander verbundene Bereiche des Glasfaserausbaus.
Welche Tiefbauverfahren gibt es beim Glasfaserausbau?
Nicht jede Glasfasertrasse muss auf die gleiche Weise hergestellt werden. Neben klassischen offenen Bauweisen stehen je nach Projekt und örtlichen Bedingungen unterschiedliche Verlege- und Tiefbauverfahren zur Verfügung.
Welche Methode geeignet ist, hängt beispielsweise von der vorhandenen Oberfläche, anderen Versorgungsleitungen, den Platzverhältnissen, der geplanten Trasse sowie den jeweiligen technischen und genehmigungsrechtlichen Anforderungen ab.
Entscheidend ist deshalb nicht ein bestimmtes Verfahren für jedes Projekt, sondern eine zur jeweiligen Situation passende Planung und Ausführung.
Welche Herausforderungen gibt es beim Glasfaser-Tiefbau?
Gerade in bereits bebauten Gebieten müssen bei Tiefbauarbeiten zahlreiche Rahmenbedingungen berücksichtigt werden.
Bestehende Strom-, Gas-, Wasser- und Telekommunikationsleitungen können die mögliche Trassenführung beeinflussen. Hinzu kommen Verkehr, Grundstückszufahrten, unterschiedliche Oberflächen und örtliche Gegebenheiten.
Auch die Koordination der verschiedenen Projektphasen ist wichtig. Planung, Tiefbau, Rohrverlegung, Hausanschlüsse und spätere Kabelmontage müssen sinnvoll ineinandergreifen.
Eine sorgfältige Vorbereitung kann deshalb dazu beitragen, Verzögerungen und unnötige Eingriffe während der Bauphase zu reduzieren.
Tiefbau und Glasfaserausbau mit CBO-Bau
CBO-Bau aus Kalefeld übernimmt Leistungen im Bereich Leitungsbau und Tiefbau für FTTH- und Breitbandnetze.
Unser Leistungsspektrum umfasst unter anderem:
- Trassenherstellung
- Leerrohrverlegung
- Hausanschlüsse
- Kabelschächte und Verteilerkästen
- Oberflächenwiederherstellung
- Spezialbauwerke
- Kabelleitungsbau
Darüber hinaus begleiten wir Glasfaserprojekte von der Beratung und Planung über den Leitungs- und Tiefbau bis zur Kabelmontage und Installation.
Dadurch können verschiedene Arbeitsschritte eines Breitbandprojekts aufeinander abgestimmt umgesetzt werden.
CBO-Bau ist von Kalefeld aus unter anderem im Landkreis Northeim, im Raum Göttingen und in Niedersachsen tätig und realisiert darüber hinaus auch Projekte in weiteren Regionen.
Fazit: Tiefbau schafft die Grundlage für das Glasfasernetz
Der Tiefbau beim Glasfaserausbau schafft die Infrastruktur, die für die spätere Verlegung und Inbetriebnahme der Glasfaserkabel benötigt wird.
Von der Trassenherstellung über die Verlegung von Leerrohren und die Herstellung von Hausanschlüssen bis zur Wiederherstellung der Oberflächen sind zahlreiche Arbeitsschritte erforderlich.
Erst wenn die notwendige Rohr- und Leitungsinfrastruktur vorhanden ist, können die Glasfaserkabel eingebracht, gespleißt, geprüft und schließlich in Betrieb genommen werden.
Sie planen ein FTTH-, Tiefbau- oder Breitbandprojekt? CBO-Bau unterstützt Sie von der Planung über den Leitungs- und Tiefbau bis zur Kabelmontage und Inbetriebnahme. Kontaktieren Sie uns für eine individuelle Projektanfrage.
