Wie funktioniert Glasfaserausbau? Ablauf einfach erklärt
Der Ausbau leistungsfähiger Glasfasernetze ist ein wichtiger Bestandteil moderner digitaler Infrastruktur. Doch wie funktioniert Glasfaserausbau eigentlich? Bevor Haushalte, Unternehmen oder öffentliche Einrichtungen über einen Glasfaseranschluss verfügen können, sind zahlreiche Arbeitsschritte notwendig.
Von der ersten Planung und den erforderlichen Genehmigungen über den Leitungs- und Tiefbau bis zur Verlegung, Montage und Inbetriebnahme der Glasfaserkabel müssen verschiedene Gewerke aufeinander abgestimmt werden.
Wir erklären Schritt für Schritt, wie ein Glasfaserausbau abläuft und welche Arbeiten notwendig sind, bis ein Glasfasernetz in Betrieb genommen werden kann.

Wie läuft ein Glasfaserausbau ab?
Ein Glasfaserausbau besteht nicht nur aus dem Verlegen eines Glasfaserkabels. Bereits vor Beginn der eigentlichen Bauarbeiten müssen die zukünftigen Leitungswege geplant, bestehende Infrastruktur berücksichtigt und notwendige Genehmigungen eingeholt werden.
Vereinfacht lässt sich der Glasfaserausbau in folgende Schritte unterteilen:
- Planung und Trassenfindung
- Vermessung und Genehmigungen
- Leitungs- und Tiefbau
- Verlegung von Leerrohren
- Herstellung der Hausanschlüsse
- Einziehen oder Einblasen der Glasfaserkabel
- Spleißen und Montage
- Messung und Qualitätskontrolle
- Dokumentation
- Inbetriebnahme
Je nach Größe und Anforderungen eines Projekts können weitere Arbeiten notwendig sein.
1. Planung und Trassenfindung
Am Anfang eines Glasfaserprojekts steht die Planung.
Zunächst muss festgelegt werden, welche Gebäude oder Gebiete erschlossen werden sollen und über welche Trassen die zukünftigen Glasfaserleitungen geführt werden können.
Dabei werden unter anderem vorhandene Straßen, Gehwege, Grundstücke und bereits bestehende Versorgungsleitungen berücksichtigt.
Eine sorgfältige Trassenplanung ist wichtig, um den späteren Ausbau möglichst effizient durchzuführen und unnötige Eingriffe in bestehende Infrastruktur zu vermeiden.
Zur Planung können beispielsweise gehören:
- Grundlagenermittlung
- Trassenfindung und Trassenbegehung
- Entwurfs- und Ausführungsplanung
- Vermessung mittels GPS-Technik
- Leitungsauskunft
- Abstimmung mit Projektbeteiligten
Damit wird bereits in einer frühen Phase die Grundlage für den späteren Bau geschaffen.
2. Genehmigungen für den Glasfaserausbau
Bevor die Bauarbeiten beginnen können, müssen abhängig vom Projekt verschiedene Genehmigungen und Zustimmungen eingeholt werden.
Glasfasertrassen verlaufen häufig über öffentliche Flächen, Straßen, Gehwege oder Grundstücke. Deshalb müssen die geplanten Arbeiten mit den zuständigen Stellen abgestimmt werden.
Je nach Projekt können beispielsweise folgende Verfahren erforderlich sein:
- Baugenehmigungen
- verkehrsrechtliche Genehmigungen
- Planfeststellungsverfahren
- Gestattungsverträge
- Umweltgenehmigungen
- Naturschutzgenehmigungen
- Waldumwandlungsgenehmigungen
- Leitungsauskünfte
Welche Genehmigungen tatsächlich erforderlich sind, hängt vom jeweiligen Bauvorhaben und der Trassenführung ab.
3. Leitungsbau und Tiefbau
Nach Abschluss der Planung und erforderlichen Genehmigungsverfahren beginnt die eigentliche Bauphase.
Der Leitungs- und Tiefbau schafft die Infrastruktur, in der später die Glasfaserkabel geführt werden.
Je nach Projekt werden beispielsweise Straßen, Gehwege oder andere Flächen geöffnet und entsprechende Trassen hergestellt.
Zu den typischen Arbeiten gehören:
- Trassenherstellung
- Leerrohrverlegung
- Herstellung von Hausanschlüssen
- Einbau von Kabelschächten
- Montage von Verteilerkästen
- Herstellung von Spezialbauwerken
Dabei muss besonders darauf geachtet werden, bestehende Versorgungsleitungen und andere Infrastruktur nicht zu beschädigen.
4. Verlegung der Leerrohre
Glasfaserkabel werden häufig nicht direkt in den Boden gelegt. Stattdessen werden zunächst Leerrohre beziehungsweise Rohrsysteme verlegt.
Diese schützen die später darin geführten Glasfaserkabel vor äußeren Einflüssen und ermöglichen eine strukturierte Leitungsführung.
Beim Glasfaserausbau kommen unter anderem Mini- und Mikrorohrsysteme zum Einsatz.
Ein Vorteil dieser Infrastruktur besteht darin, dass Glasfaserkabel später in die vorgesehenen Rohre eingebracht und bei Bedarf erweitert oder ausgetauscht werden können.
5. Herstellung der Hausanschlüsse
Bei einem FTTH-Ausbau (Fiber to the Home) muss die Glasfaser bis zum jeweiligen Teilnehmer geführt werden.
Dafür wird eine Verbindung von der Haupttrasse zum Gebäude hergestellt.
Dieser Abschnitt wird häufig als Hausanschluss bezeichnet.
Die dafür vorgesehenen Rohrsysteme werden vom öffentlichen beziehungsweise zentralen Leitungsnetz bis zum Gebäude geführt. Anschließend kann die Glasfaser über diese Verbindung in das Gebäude eingebracht werden.
Bei FTTH reicht die Glasfaser schließlich bis zum Teilnehmer. Genau darin unterscheidet sich FTTH beispielsweise von FTTB oder FTTC.
6. Glasfaserkabel einziehen oder einblasen
Nachdem die notwendige Rohrinfrastruktur hergestellt wurde, können die eigentlichen Glasfaserkabel verlegt werden.
Eine häufig eingesetzte Methode ist das Einblasen der Kabel in Mini- oder Mikrorohre.
Dabei werden spezielle Einblasgeräte und leistungsfähige Kompressoren eingesetzt. Die Glasfaserkabel können dadurch auch über längere Strecken in die vorhandenen Rohrsysteme eingebracht werden.
Abhängig von Kabeltyp, Strecke und vorhandener Infrastruktur können Kabel alternativ eingezogen werden. Für längere Strecken oder schwerere Kabel können beispielsweise Kabelziehwinden zum Einsatz kommen.
7. Spleißen der Glasfasern
Nachdem die Glasfaserkabel an den vorgesehenen Punkten angekommen sind, müssen die einzelnen Glasfasern miteinander verbunden werden.
Dieser Vorgang wird als Spleißen bezeichnet.
Beim Glasfaserspleißen werden zwei Glasfasern präzise miteinander verbunden, damit die optischen Signale mit möglichst geringen Verlusten übertragen werden können.
Spleißarbeiten können unter anderem an Netzverteilern, Muffen oder Hausanschlüssen notwendig sein.
Eine fachgerechte Ausführung ist entscheidend für die Qualität und Zuverlässigkeit des späteren Glasfasernetzes.
8. Messung und Qualitätskontrolle
Nach der Kabelmontage und den Spleißarbeiten müssen die hergestellten Glasfaserverbindungen überprüft werden.
Dafür kommen spezielle Messverfahren zum Einsatz.
CBO-Bau verwendet beispielsweise OTDR- und Leistungsmessgeräte.
Mit entsprechenden Messungen können unter anderem die Qualität der Verbindung sowie mögliche Dämpfungen oder Fehlerstellen kontrolliert werden.
Dadurch lässt sich feststellen, ob die fertiggestellte Glasfaserstrecke den vorgesehenen Anforderungen entspricht.
9. Oberflächenwiederherstellung
Die Arbeiten enden nicht mit dem Verlegen der Leitungen.
Wurden für den Glasfaserausbau beispielsweise Gehwege, Straßen oder andere befestigte Flächen geöffnet, müssen diese anschließend wieder fachgerecht hergestellt werden.
Die Oberflächenwiederherstellung ist deshalb ein wichtiger Bestandteil des Tiefbaus.
Ziel ist es, die durch die Baumaßnahmen beanspruchten Flächen nach Abschluss der Leitungsarbeiten ordnungsgemäß wiederherzustellen.
10. Dokumentation und Inbetriebnahme
Zum Abschluss eines Glasfaserprojekts werden die ausgeführten Arbeiten dokumentiert.
Eine vollständige Dokumentation ist wichtig, damit Leitungsverläufe, Anschlusspunkte und weitere Informationen zur errichteten Infrastruktur auch später nachvollzogen werden können.
Nach erfolgreicher Prüfung und Fertigstellung kann das Netz schließlich in Betrieb genommen werden.
Damit ist der Weg von der ursprünglichen Planung bis zur betriebsbereiten Glasfaserinfrastruktur abgeschlossen.
Wie lange dauert ein Glasfaserausbau?
Wie lange ein Glasfaserausbau dauert, lässt sich nicht pauschal beantworten.
Die Dauer hängt unter anderem von folgenden Faktoren ab:
- Größe des Ausbaugebiets
- Länge und Verlauf der Trassen
- Anzahl der Hausanschlüsse
- vorhandene Infrastruktur
- notwendige Genehmigungen
- Boden- und Oberflächenbeschaffenheit
- eingesetzte Bauverfahren
- Wetterbedingungen
- Umfang der Kabelmontage
Kleinere Projekte können entsprechend schneller abgeschlossen werden als umfangreiche Ausbauprojekte mit zahlreichen Anschlüssen und mehreren Kilometern Leitungsstrecke.
Eine sorgfältige Planung und Koordination der einzelnen Arbeitsschritte ist daher entscheidend für einen möglichst reibungslosen Projektablauf.
Warum sind Planung, Tiefbau und Kabelmontage eng miteinander verbunden?
Beim Glasfaserausbau greifen zahlreiche Arbeitsschritte ineinander.
Eine gut geplante Trasse erleichtert den späteren Tiefbau. Eine fachgerecht ausgeführte Leerrohrinfrastruktur wiederum bildet die Voraussetzung für eine effiziente Kabelmontage.
Auch Hausanschlüsse, Netzverteiler, Spleißarbeiten, Messungen und Dokumentation müssen auf die vorherigen Arbeiten abgestimmt werden.
Deshalb ist die Koordination zwischen Planung, Leitungsbau, Tiefbau, Kabelmontage und Installation ein wichtiger Faktor für die erfolgreiche Umsetzung eines Glasfaserprojekts.
Glasfaserausbau mit CBO-Bau
CBO-Bau aus Kalefeld begleitet Projekte im Bereich moderner FTTH- und Breitbandnetze von der Planung bis zur Inbetriebnahme.
Unser Leistungsspektrum umfasst unter anderem Beratung und Planung, Leitungsbau und Tiefbau sowie Kabelmontage und Installation.
Dazu gehören beispielsweise Trassenplanung, Vermessung, Genehmigungsverfahren, Leerrohrverlegung, Hausanschlüsse, Kabelschächte und Verteilerkästen, Glasfasereinblasen, Spleißarbeiten, Messungen, Dokumentation und Netzinbetriebnahme.
Wir begleiten Projekte im Landkreis Northeim, im Raum Göttingen, in Niedersachsen sowie darüber hinaus.
Fazit: So funktioniert der Glasfaserausbau
Ein Glasfasernetz entsteht in mehreren aufeinander abgestimmten Schritten. Der Glasfaserausbau beginnt mit der Planung und Trassenfindung, führt über Genehmigungen, Tiefbau und Leerrohrverlegung bis zur Kabelmontage, zum Spleißen, zur Messung und schließlich zur Inbetriebnahme.
Insbesondere bei FTTH-Netzen muss die notwendige Infrastruktur bis zu den einzelnen Gebäuden beziehungsweise Teilnehmern geschaffen werden.
Professionelle Planung, eine fachgerechte Ausführung und eine vollständige Dokumentation bilden dabei die Grundlage für eine zuverlässige und zukunftsfähige Glasfaserinfrastruktur.
Sie planen ein FTTH-, Glasfaser- oder Breitbandprojekt? CBO-Bau unterstützt Sie von der Planung und Genehmigung über den Leitungs- und Tiefbau bis zur Kabelmontage, Dokumentation und Inbetriebnahme. Kontaktieren Sie uns für eine individuelle Projektanfrage.
